Was ist Gestaltpädagogik?

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Was ist Gestaltpädagogik?

Exakter: Wie verstehen und praktizieren wir Gestaltpädagogik? Denn Gestaltpädagogik ist kein festes Konstrukt. Es ist vielmehr eine Lebenseinstellung. Sie übt einen ganzheitlichen Einfluss auf Wahrnehmung, Denken und Handeln aus. Alles ändert und entwickelt sich. So auch wir. Und mit uns unser Verständnis von Gestaltarbeit.

Historisch ist die Gestaltpädagogik als die kleine Schwester der Gestalttherapie einzuordnen, wie diese in den 1970er Jahren maßgeblich von Fritz Perls bekannt gemacht wurde.

Die Gestaltpädagogik basiert ihrerseits auf den Erkenntnissen der Gestaltpsychologie als Wahrnehmungsforschung. Ergebnis dieser Forschung sind unter anderem die sogenannten „Gestalt-Gesetze“. Diese treffen Aussagen darüber, wie wir uns unsere Umwelt aneignen und zu Einstellungen gelangen.

Mehr über Gestaltpsychologie bei Wikipedia erfahren >>

Und hier geht’s zum Wikipedia-Artikel über die Gestalttherapie >>

Ziele

Wir verfolgen mit unserer Gestalt-Arbeit folgende Ziele:

  • Wahrnehmung insgesamt schärfen, um bewusster mit sich und der Welt in Kontakt zu kommen. Das sinnliche Erleben im Hier und Jetzt ist der Schlüssel zu Selbsterkenntnis und Weiterentwicklung.
  • Gefühle wahrnehmen und als Hinweise zur Entwicklung verstehen lernen.
  • Selbstverantwortung entwickeln. Eigene Ressourcen und Gestaltungskräfte stärken.
  • Sich selbst erziehen und dadurch auch in anderen zwischenmenschlichen Zusammenhängen bessere Kontaktmöglichkeiten nutzen.

Alle genannten Ziele sehen wir als Aufgaben des gesunden Menschen, darum Gestaltpädagogik und nicht -therapie.

Der Frage, warum etwas so geworden ist (Ansatz der Psychoanalyse), geben wir zugunsten der Aufmerksamkeit auf das aktuelle Geschehen und Erleben weniger Raum.

Methoden

Die Gestalttheorie, -therapie und -pädagogik wollen ausdrücklich kein Methodenkasten sein. Starre Abläufe, Regeln und auch Methoden werden ständig kritisch hinterfragt und weiterentwickelt.

Einige Methoden, die wir derzeit einsetzen, sind:

  • Stimme
  • Tanz
  • Pantomime
  • Bibliodrama
  • Zeichnen
  • Formen

So werden Prozesse initiiert, körperlich und emotional durchlebt. Das Erleben wird zum Ausdruck gebracht. Die Intuition wird wieder geweckt und als Erkenntnisquelle genutzt. Dieser Ansatz wird neuerdings als „neuer Schamanismus“ bezeichnet (Claudio Naranjo, Schüler von Fritz Perls).

Die Arbeit findet oft in Gruppen statt, um einander Zeuge und Spiegel im Prozess zu sein.

Das Menschenbild der Gestaltpädagogik

Der Klient/Schüler und der Therapeut/Lehrer begegnen einander auf Augenhöhe. Beide sind sich bewusst, dass sie im Prozess miteinander etwas entdecken werden, was vor Beginn des Prozesses nicht benannt werden kann. Pädagogik wird also als ein zwischenmenschlicher Prozess des gemeinsamen Lernens verstanden. Eine Überzeugungs- oder gar Heilungsabsicht besteht nicht.

Das gestaltpädagogische Menschenbild ist sehr ganzheitlich und offen: Der Mensch wird als Wesen mit körperlichen, geistigen und spirituellen Bedürfnissen gesehen. Spirituell muss nicht konfessionell-religiös bedeuten.

Eine besondere Ausprägung ist die christliche Gestaltpädagogik nach Albert Höfer, die in Österreich entwickelt wurde. Mystische Motive aus der jüdisch-christlichen Religion werden für eine individuelle Auseinandersetzung fruchtbar gemacht. Daher kann dieser Ansatz auch innovative Impulse für den Religionsunterricht bieten.

Aktueller Gestalt-Kurs

Gestalt-Seminar: Einführung in Gestaltberatung.
29.09.–01.10.2017 im Bovenden (bei Göttingen).
Veranstalter: DAJEB e. V.
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